Aleksor herrschte über das Stück Welt und wachte über die drei Elemente mit Würde und Ehrfurcht gleichermaßen. Seine Anwesenheit erschuf Leben auf Edeja, und erweckte eine neue Realität.

Sein rechtes Auge schuf, in den Himmel geschleudert und in drei Teile aufgespalten, die Nacht mit ihren drei Augen, den Monden, die den Elementen zu Ehren angebetet werden. Davos - sein erster Sohn wurde geboren, Gott der Finsternis, der Schatten und der Nacht.

Aleksors linkes Auge schuf die Sonne und den Tag, seinen zweiten Sohn Valias, der seinem blinden Vater von nun an berichtete, was vor sich ging.
Davos Wut und Eifersucht aber führten zu Verrat. Er versuchte seinen Bruder Valias zu töten, der durch sein Aufgehen, den Körper der Nacht verbrannt hatte. Davos setzte sich vor den Horizont und warf beim Morgengrauen einen Speer aus Schatten, mit dem er das Herz seines Bruders durchbohrte und ihn tödlich verletzte.

Doch der Vater vernahm den Aufschrei des jüngeren Bruders und rettete ihn, indem er ihm einen Teil seines eigenen Herzens gab. Den Verräter Davos rief er ebenfalls zu sich und gab ihm den anderen Teil seines Herzens, so dass Aleksor beide Götter aneinander band. So kann die Nacht nicht ohne den Tag, das Licht nicht ohne den Schatten bestehen und nie wieder kann die Rivalität der beiden Söhne hervorbrechen.

Die beiden Brüder hatten überlebt, doch der Rücken des Drachen war gänzlich zu Asche verbrannt. Die einzige Ausnahme war ein alter Baumstumpf mit einem firschen Trieb daran, welcher ein Nest mit drei Eiern in seinem Wurzelschoß barg.

Um die Zerstörung, die der Kampf der beiden Brüder angerichtet hatte zu heilen, erschuf Aleksor Menoa, die Göttin der Urkräfte, die man benötigt, um verdorrtes Land zum Leben zu erwecken. Sie steht für das Aufziehen und Behüten und ist die Mutter der Natur, die die Seelen der nicht Vernunftbegabten hütet und wieder in die Welt entlässt.

Ihr zur Seite stellte der Göttervater Kiras, die doppelzüngige Göttin, die auch Gott ist und für das Gleichgewicht von Jägern und Gejagten einsteht. Sie ist das Geben und das Nehmen, das Fressen und Gefressenwerden, der Kampf ums Überleben, Geburt, Leben und Tod mit ihren Schmerzen, Freuden und dem ewigen Kreis.

Für all seine Kinder erschuf Aleksor einen weiteren Bruder, Simarh, den Beobachter, der mit seinem allsehenden Auge dafür Sorge tragen sollte, dass nie wieder Eifersucht, Neid oder Gier die Götter auseinander bringen könne. Er steht für Wahrheit, Gerechtigkeit und Urteil.

Zufrieden mit seiner Welt erschuf Aleksor das Volk der Menschen, die Alek-Shijim, um einem Wesen Leben zu geben, das in sich eine freie Seele trägt. Ein Geschöpf aus Lehm der Erde, Salz des Wassers und Wind des Himmels. Ein Wesen eschaffen aus allen drei Elementen und in gewisser Weise Herr über sie, ähnlich wie Aleksor durch dessen Blut es zusammengehalten wird.

Für die Menschen erschuf Aleksor drei Götter, die ihnen zur Seite stehen sollten, denn er war müde, und wollte ruhen. Shihm wurde der Menschenbruder. Ebenfalls aus dem Blut des Vaters erschaffen, sollte er die Gefühle und Regungen der Menschen bewachen, ihnen helfen damit umzugehen und sie Tugend lehren.

Si’Yahr wurde die Seelenschwester. Sie erhielt die Macht über die Zwischenreiche, in denen die unsterbliche Seele der Menschen - anders als die der Tiere - nach dem Leben ruhen sollte, und gereinigt werde, um wiederzukehren.

Fie war die letzte der drei Geschwister und sie sollte den Menschen in ihrer Kreativität zur Seite stehen, Ordnung und Chaos im Gleichgewicht halten. Der Mensch wurde befähigt zu bauen, selber zu erschaffen und zu zerstören und darüber wachte Fie.

Zuletzt traten die anderen Götter der Welt an Aleksor heran, ihrer aller Vater und baten um eigene Völker, die dem Menschen ähnlich seien, aber ihm den Umgang mit ihren Teilen der Wirklichkeit lehren sollten, damit sie selbst sich ganz ihren Aufgaben als Götter widmen konnten. Der Göttervater gab der Bitte nach und ließ die anderen Shim, die Völker, den Menschen Gefährten und Freunde sein, die ihn demütig Verständnis für seine Umwelt lehrten.

Dann legte sich der Vater zur Ruhe und ließ all seine Kinder leben und sterben, wie es ihrer Natur entsprach.