Shihm, der Menschenbruder war mit seiner Aufgabe überfordert.

Der Lügenbold verwarf die Ratschläge des Vaters und verriet dessen Gesetze. Statt Tugend und Ehre ließ er Unzucht und Gewalt walten, wo die Menschen waren. Die Gefühle rissen seinen Verstand mit sich und er verdarb seine Geschwister, Si’Yahr und Fie und trieb sie zu dem Verrat am Vater.

So kam es, dass sich die drei Menschengötter von dem Volk, dem sie dienen sollten selbst verehren ließen und nicht mehr ihrem Vater huldigten. Falsche Tempel entstanden, und die Menschheit litt unter Gewalt, Verrat und Laster. Krieg brach aus und Simarh weckte Aleksor, um ihm zu berichten, dass all seine Worte ungehört verhallt waren und auch die Götter untereinander in Streit und Krieg ausbrachen, weil die Menschengötter nach den Bereichen der Weltengötter griffen.

Shihm und Si’Yahr und Fie - sie ließen sich Tempel bauen hoch im Norden und sammelten Anhänger unter den Menschen und Völkern um sich. Shihm erschuf die Dämonen durch sein Blut, Si’Yahr missbrauchte schändlich die Macht über die Seelen und formte die Untoten, Fie wiederum beseelte Menschen mit chaotischer Macht und ließ sie Kriegsmaschinen von heute unvorstellbarer Zerstörungskraft bauen.

Die ganze Welt versank im Krieg, dem Großen Krieg. Nord gegen Süd trafen sich in der Nebelsteppe und Jahrhunderte lang herrschte Tod und Verderben, Gewalt und Blutvergießen. Niemand wurde verschont, und das Land ausgebeutet. Der Götterkrieg verschlang alles und jeden. In blutigem Eifer mit Schaum vor den Mündern und Berserkerwut in den Mägen lebten sie von nichts als der Anwesenheit ihrer Götter und für den Kampf, den sie an ihrer Seite austrugen.

Dann brachte ein weises Wort Simarhs die Wende, und Fie erkannte ihren Fehler. Die Göttin bereute und wandte dem Schlachtfeld den Rücken zu um ihre Schande mit ihrem eigenen Blut reinzuwaschen: Ka’im, der rituelle Selbstmord.
Ihr Blut floß in das Wasser, und färbte es eisenrot.
Auch der Himmel und die Erde färbten sich rot, da die Drei Drachen Fies Opfer an- und ihre Seele wieder zu sich nahmen.

Die Guten Götter konnten Shihm und Si’Yahr zurückdrängen, denn ohne Fie fehlte ein Großteil ihrer Streitmacht. Doch es machte keinen Unterschied. Am Ende traf der finale Schlag der Götter und jeder erschlug Jeden, so dass alle acht Götter mit einem Male fielen - jeder von der Wut eines anderen getötet.

Im Staub verrann das letzte Blut und die Götter taten sich zusammen, um ihren letzten Atemzug als Lebenshauch dieser Welt zurückzulassen. Unter dem hell leuchtenden Dreimond ging der Atem der Götter in die Kämpfenden ein und erschuf die ersten Götterkinder.
Das sollte ihr Vermächtnis, die letzte Höffnung dieser Welt sein, die sie nunmehr sterbend zurück ließen.

Der Atem, der keine Kreatur auf Anhieb traf, gerann auf festem Grund zu den Heiligen Steinen - den Sintah - die auch heute noch unser Heil sind, wenn sie sich in der Hand der Götterkinder befinden. Wenn die Sintah jedoch in falsche Hand geraten, werden sie zu unserer Geißel und lassen in Krämpfen sich winden, wer unvorsichtig und gierig den blasphemischen Schritt tut und schluckt was nicht mehr fließt.

Die Dheva’Tar entstanden aus den Tieren, die der göttliche Atem traf. Sie sind eure nicht vernunftbegabten Diener, die Gesegneten Gefährten, so nennt man sie.

Die Götterkinder aber nannten sich Assra-Tar: die Gesegneten Diener, denn ihr Leben war von nun an den Göttern geweiht, die ihnen einen Teil ihrer selbst zur Erhaltung der Welt geschenkt hatten.

Und so gingen sie, die ersten Assra-Tar, nahmen die zerschmetterten, sterblichen Leiber ihrer Götter und gingen ihrer Wege, nahmen alles, was noch am Leben, bei Verstand, oder zu gebrauchen war, und verteilten sich in alle Winde.
Jeder von ihnen erbaute einen Tempel für den erschlagenen Gott und bettete die Überreste des Körpers, so dass die Seele schlafen und mit neuer Kraft erwachen könne, wenn die Zeit gekommen sei. Gewaltige Mauern umgaben den Tempel jedes Gottes, jedes Volkes, auf das die tote Welt dort draußen die Eingeschlossenen nicht bedrohe, denn der Tempel war ein Haus für jedes Volk, die Überlebenden und die Zukünftigen.

Diese Tempel, meine ehrenwerten Götterkinder, sind die Kasten und die neuen Assra-Tar, das seid ihr!

Geboren am Dreimond, der euch die Kraft, das Erbe der Götter verleiht, die unbezähmte Wildheit, die tief in euch wohnt und euch allesamt zu Kriegern macht - das ist euer Erbe und euer Leben steht im Schatten der Götter deren Untertan ihr seid.
Niemand befiehlt euch, niemand legt Hand an euch, niemand steht über euch, bis auf die Götter und euresgleichen.
Ihr seid das Einzige, was übrig ist, ihr seid die letzte Hoffnung, ihr seid die Assra-Tar, die Helden einer neuen Zeit!